Triathlon

20. Ladenburger Triathlonfestival 2014

20. Ladenburger Triathlonfestival 2014
Vorwort

Am 19. Juli 2014 fand das 20. Ladenburger Triathlonfestival statt. Es war eine Zerreißprobe für alle Teilnehmer, denn man musste nach dem Schwimmen im Neckar (1,8km) schon einige Höhenmeter (1500) mit dem Rad überwinden (42km) und den gesamten Triathlon (Olympische Distanz) in Gluthitze absolvieren…. Dementsprechend hart war auch das abschließende Laufen (10km) bei ca. 40°C. Doch die Hitze war noch lange nicht der einzige Gegner, denn es war unsere erste olympische Distanz im Triathlon und das bedeutete mächtig Lampenfieber und auch ein wenig „Schiss“ vor dem Sprung in den Neckar – …okay viel „Schiss“ also richtig Angst :).

Vorbereitungen

Unsere Wettkampfutensilien hatten wir zuhause schon fein säuberlich gepackt und sind dann mit unserem Rennrad zum Start nach Ladenburg gefahren. Dort war schon hektisches Treiben beim Checkin, doch wir kamen recht schnell in die Radwechselzone und konnten unseren Wechselplatz vorbereiten. Dies war für uns kein Problem mehr, denn das Bestücken der Wechselzone hatten wir vorab schon bei einigen kleineren Volkstriathlons gelernt. Da das Laufen in einer anderen Wechselzone beginnen sollte, mussten wir dann auch diese noch mit Laufschuhen, Gel und Getränken bestücken. Alles funktionierte reibungslos. Bei den Temperaturen machten wir uns wirklich Gedanken, ob wir genügend Getränke dabei hatten. Doch zum lange Überlegen war keine Zeit, denn unser Schiff zum Schwimmstart im Neckar wollte pünktlich ablegen. Also schlüpften wir, so schnell und so gut das ging, in unseren Neoprenanzug, zogen ihn bis zu den Hüften, sprangen in unsere Badeschlappen und folgten der Masse auf einen 5-minütigen Fußmarsch zum Schiff. Dort angekommen hatte ich die erste Blase zwischen den Zehen und ich fluchte über meine neuen Flip-Flops. Schön war aber, dass uns der Veranstalter am Bootseinstieg noch einmal Getränke zur Verfügung stellte.

Das Schwimmen

Nun konnte es losgehen. Angespannt und in Erwartung der Dinge, die nun geschehen würden, betraten wir das Schiff und suchten uns gleich ein Plätzchen auf dem untersten Deck. Das war eine tolle Entscheidung, wie sich später herausstellte. Es wurde randvoll und sehr eng. Nach halber Strecke zogen wir dann endlich unseren Neo komplett an und es wurde noch heißer. Da wir keine Erfahrung hatten, fragten wir die anderen Teilnehmer sehr viel und taten das, was sie taten. Als wir am Schwimmstart ankamen, begannen die Teilnehmer in den Neckar zu springen und wir wunderten uns, dass diese fast gar nicht im Wasser trieben. Das lag daran, dass es sehr wenig Strömung gab, was für uns, damals noch sehr schlechte Kraulschwimmer, gar nicht gut war. Wir stellten uns also auf eine etwas längere Schwimmdauer ein. Eilig hatten wir es beide nicht, in die braune Brühe zu springen aber da wir mussten und uns etwas Abkühlung sehr entgegen kam, machte Mike den Anfang und hüpfte vom Schiff. Ich folgte und stellte fest, dass der Neckar gar nicht so schlimm war, wie er aussah. Wir begaben uns am Start links außen ans Ende des Feldes, da wir nicht ins größte Gerangel geraten wollten. Herzrasen machte sich breit und schon ging es los. Wir wünschten uns Glück und tauchten ab. Bis auf ein paar Orientierungsschwächen und „Querschläger“ lief das Schwimmen für uns gut und Mike stieg nur kurz vor mir aus dem Wasser. Auf dem Weg zur Radwechselzone quälten wir uns aus dem Neo und ließen ihn ab Hüfte abwärts baumeln.

Das Radfahren

Radstrecke beim RömermanAls ich am Rad ankam, strampelte sich Mike gerade den Neo von den Füßen und verlor dabei seinen Zeitmesschip. Während er Radschuhe und Helm anlegte, bediente sich eine andere Teilnehmerin, wie sich später herausstellte, seines Chips. Auch ich war schnell bereit für das Rad und so führen wir gemeinsam auf die Radstrecke. Nach wenigen Kilometern merkte Mike, dass er keinen Zeitmesschip mehr trug und drehte wieder um, um ihn in der Wechselzone zu holen. Leider war dieser dort nicht mehr und am Fuß der anderen Teilnehmerin. So beendete Mike dann schweren Herzens den Wettkampf. Ich zog allein weiter und kassierte auch gleich eine Verwarnung mit zwei Minuten Zeitstrafe, welche ich vor dem Laufen absitzen sollte. In den Augen des Kampfrichters sollte ich Windschatten gefahren sein, was im Triathlon verboten ist. Da es am Radstart aber noch recht voll auf enger Wegstrecke durch Felder war, hatte man kaum Möglichkeiten, dies zu verhindern, wenn man überholt wurde. Bremsen wollte ich nicht. Ich versuchte meinen Ärger herunterzuschlucken und mich auf meine Radstrecke zu konzentrieren. Immerhin hatte ich einen heftigen Anstieg zum Weißen Stein vor mir, der mit einer Rampe und 17% Steigung begann. Doch schon nach wenigen Metern dieser Steigung klickte ich mich gerade noch rechtzeitig aus den Pedalen, ehe ich im Stillstand umgefallen wäre. Es war einfach zu heiß, zu steil, zu hart und mein Rad hatte keine glückliche Übersetzung. Schweren Schrittes und mich über mich selbst ärgernd, quälte ich mich über den Lenker gelehnt die Rampe hinauf. Ab da lief dann wieder alles wie geschmiert. Die Fahrt auf den weißen Stein verlieh mir Flügel, mein Kreislauf hatte sich erholt. Es folgte eine kühlende Abfahrt und weitere Steigungen. Sehr zu meiner Freude erwartete mich Mike am letzten Berg und begleitete mich bis zur Laufwechselzone. Ich achtete immer darauf, dass er nicht so nah bei mir fuhr, denn auf eine zweite Verwarnung hatte ich keine Lust. Am Platz sprang ich in die Laufschuhe, schnappte meine Trinkflasche und begab mich in die Penaltybox, denn ich musste ja meine zwei Minuten Strafe absitzen. Bei der Hitze und nach den Höhenmetern und Radkilometern in den Beinen, regte ich mich aber nicht mehr auf und nahm es gelassen. Mike war ja bei mir 🙂

Das Laufen

Leider musste ich dann auch schon wieder los, denn es warteten noch 10km zu Fuß auf meine müden Beine. Der Anfang war schwer und die Füße wollten mich noch nicht so richtig tragen. Da aber unterwegs viele nette Zuschauer für Abkühlung mit dem Gartenschlauch sorgten, wurde es mit jedem Kilometer etwas leichter. Der letzte Einlauf ins Stadion war himmlisch, das Ziel so nah vor den Augen. Die Runde, welche man dann dort aber laufen musste, war wieder sehr hart und wollte nicht enden. Ich musste mich noch einmal sehr motivieren, um mit „entspannten“ Gesichtszügen ins Ziel zu laufen, da waren ja Zuschauer^^. Auch Mike wartete dort auf mich und war etwas geknickt, dass er abbrechen musste. Ich dagegen war überglücklich, es geschafft zu haben und hatte einen Überschuss an Glückshormonen. Im Trösten bin ich leider wirklich nicht die Beste aber Mike tat mir schon sehr leid. Wäre mir das passiert, ich hätte geheult. Wir stärkten uns dann beide am „Zielbuffet“ und fuhren nachhause, um zu duschen.

Party

Abends fuhren wir gemeinsam mit Freunden zur Triathlonparty in Ladenburg. Die Siegerehrung verpassten wir und leider auch, wie sich später herausstellte, den zweiten Preis in meiner Altersklasse. Ich hätte mich wortwörtlich in den „Arsch“ beißen können, die Ergebnisse nicht schon am Nachmittag eingesehen zu haben. Nun eine alte Weisheit sagt: „Aus Fehlern lernt man“. Mike und ich waren also um wichtige Erfahrungen reicher. Ich studiere nun rechtzeitig die Ergebnislisten und Mike schaut immer, dass sein Zeitmesschip an Ort und Stelle sitzt 🙂 Nach einem ordentlichen Radler, reichhaltigem Essen und guter Musik ließen wir den Tag ausklingen. Fazit: Es war ein toller, heißer und anstrengender Tag mit einigen Enttäuschungen, Erfahrungspunkten und einer Menge Spaß. 2015 hat uns Ladenburg wieder.

Ende und Aus

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